Jedes große Unternehmen hat eine Entstehungsgeschichte. Unsere beginnt in einer Tiefgarage in München.
Das Problem, mit dem alles begann
Im Jahr 2017 versuchte Chris Carde, der Gründer von HeyCharge, sein Elektrofahrzeug in der Tiefgarage seines Wohnhauses aufzuladen. Was eigentlich ganz einfach hätte sein sollen, erwies sich als alles andere als einfach. Die Installation der Ladeinfrastruktur im Gebäude war mit enormen Hindernissen verbunden – von Verbindungsproblemen im Untergeschoss bis hin zu den hohen Kosten und der Komplexität, eine vernetzte Wallbox in einer gemeinschaftlich genutzten Parkanlage in Betrieb zu nehmen.
Chris erkannte sofort, dass dies nicht nur sein Problem war. Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen würden Millionen von Wohnungsbewohnern in ganz Europa vor genau derselben Herausforderung stehen. Die Gebäude, in denen die Menschen ihre Autos über Nacht parkten – Tiefgaragen, mehrstöckige Parkhäuser, Gemeinschaftsparkplätze –, waren genau die Orte, an denen die herkömmliche Ladetechnik versagte.
Von einer Garage zur nächsten
Während der COVID-19-Pandemie arbeitete das Team buchstäblich in einer Garage und probierte verschiedene Tools und Technologien aus, um das Problem zu lösen, das Chris am eigenen Leib erfahren hatte. Das hatte etwas Poetisches: Ein Unternehmen, das aus Frustration in einer Tiefgarage entstanden war und nun in einer oberirdischen Garage aufgebaut wurde.
Das Team erkannte eine entscheidende Marktlücke. Mehrfamilienhäuser benötigten dringend eine Ladeinfrastruktur, doch jede bestehende Lösung war zu teuer, zu unzuverlässig oder zu komplex, um in großem Maßstab eingesetzt zu werden.
Drei Hindernisse
Das Unternehmen entwickelte zunächst eine Verwaltungsplattform für Immobilienbesitzer sowie Fahrer-Apps und Standard-Ladestationen. Doch schon bald stieß es auf drei große Hindernisse:
Zuverlässigkeit. Herkömmliche Ladestationen waren auf eine ständige Internetverbindung angewiesen. In Tiefgaragen – also genau dort, wo das Laden zu Hause meist stattfindet – war die Verbindung schlecht oder gar nicht vorhanden.
Komplexität. Die Installation erforderte mehrere Technikerbesuche: Netzwerkplanung, Elektroarbeiten, Zertifikatsbereitstellung, Backend-Konfiguration. Jeder Schritt bedeutete zusätzlichen Zeitaufwand, höhere Kosten und potenzielle Fehlerquellen.
Kosten. Die Ladeboxen selbst waren teuer, unter anderem weil die OCPP-Unterstützung den Einbau einer umfangreichen Funk- und Recheninfrastruktur in jedes Gerät erforderte. Hinzu kamen die laufenden Kosten: Telekommunikationsgebühren für die Mobilfunkverbindung, Abonnements für Backend-Dienste sowie Wartungsverträge für die Netzwerkausrüstung.
Tiefgaragen verschärften jedes einzelne dieser Probleme. Aufgrund der unzureichenden Mobilfunkabdeckung mussten herkömmliche RFID-Kartensysteme als Ausweichlösung eingesetzt werden, was für die Bewohner mit zusätzlichen Unannehmlichkeiten verbunden war, während die Unternehmen laufende Verbindungsgebühren zahlen mussten, die die ohnehin schon knappen Gewinnmargen weiter schmälerten.
Der Durchbruch
Dem Team wurde klar, dass es das Problem von Grund auf neu angehen musste. Anstatt zu versuchen, Internetverbindungen in Umgebungen zu erzwingen, in denen sie nicht funktionierten, warum sollten sie nicht ein System entwickeln, das gar keine Internetverbindung benötigte?
Aus dieser Erkenntnis entstand SecureCharge – die patentierte Technologie von HeyCharge, die die Authentifizierung und Verwaltung von Ladestationen über Bluetooth ermöglicht, wobei die Daten asynchron synchronisiert werden, sobald eine Verbindung hergestellt ist. An der Ladestation ist kein Internet erforderlich. Keine RFID-Karten. Keine teure Netzwerkinfrastruktur.
Verlauf der EV-Ladevorgänge
Bis 2022 war das Team in eine umgebaute Autowerkstatt umgezogen – immer noch eine Garage, aber eine größere. Die Mission war dieselbe geblieben wie an dem Tag, als Chris sein Auto nicht aufladen konnte: das Laden von Elektroautos in Mehrfamilienhäusern einfach und kostengünstig zu ermöglichen.
Von einer frustrierenden Erfahrung in einer Tiefgarage bis hin zur Entwicklung einer Technologie, die Millionen von Wohnungsbewohnern das Laden von Elektroautos ermöglichen könnte – das ist die Geschichte von HeyCharge. Und wir stehen erst am Anfang.
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